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Über die Liebe und den Tod

Die schönsten Passagen aus Barry Long's Werk "nur die Angst stirbt"

Ich möchte hier meine Lieblings - Passagen von Barry Long's Werk "nur die Angst stirbt" teilen. 
Jeder Satz beinhaltet so viel Schönheit und Wahrheit. Einige Passagen habe ich kommentiert.
Ganz viel Freude Euch allen beim Lesen!
"Reine Liebe braucht nichts und niemanden auf der Welt. Sie ist vollkommen in sich selbst, in Ihnen. Sie ist so vollkommen und dauerhaft, dass in Ihnen gar kein Unglück aufkeimen kann, mit dem Sie andere unglücklich machen könnten. Diese Liebe bewirkt es auch, dass Umstände in ihr Leben treten, die Ihre Liebe reflektieren, so dass Sie sie lieben können. Wo Sie sind, werden sie sein.
Diese Liebe in Ihrem Inneren wird immer wieder auch äusserlich eine Form annehmen".
Barry Long spricht hier über den Grundsatz "wie innen so aussen, wie oben so unten", der aus den hermetischen Schriften stammt. Das Prinzip der Entsprechung, der Analogien sagt aus, dass alles, was in uns ist, sich im Aussen in materieller Form als Entsprechung zeigen muss. Ändern wir etwas in uns, ändert sich die Entsprechung im Aussen. Wer Liebe in sich trägt, wird Liebe auch im Aussen erfahren. Wer Zweifel in sich trägt, Angst oder Enttäuschung, wird das Entsprechende im Aussen erfahren. Schwierigkeiten, Probleme, Herausforderungen im Aussen passieren solange, bis der Knoten in uns drin platzt, bis wir fähig sind, klar zu sehen, dass alles in uns liegt und das Aussen nur Projektion ist.
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"Wenn Sie Liebe spüren, empfinden Sie jenes wunderbare Gefühl Ihres Selbst, mit dem Sie geboren wurden. Doch weil Ihre Wahrnehmung nicht mehr rein ist, bedarf es einer Stimulation oder Spiegelung durch jemand oder etwas ausserhalb von Ihnen, um diese Liebe wachzurufen. Ganz gleich, ob die Person oder das Objekt gegenwärtig ist oder nicht - die Liebe, die Sie fühlen oder sich wünschen, existiert bereits in Ihrem Inneren, sie kommt nicht von ausserhalb zu Ihnen. (...) Sie kann gefühlt werden, wenn Sie still genug sein können. Doch man hat Ihnen von frühester Kindheit an beigebracht, nicht still zu sein. Man lehrte Sie, so zu leben, dass Sie sich von der wunderbaren, objektlosen Liebe, dieser Stille im Inneren, entfernen und Ihre gesamte Aufmerksamkeit über Ihre Sinne auf die unzähligen Formen und ständig sich verändernden Verbindungen projizieren. Mit dem Ergebnis, dass Sie nicht mehr aufhören können zu denken."
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"Die positive Anregung durch etwas, das Sie mögen, ist exakt proportional zur negativen Aufregung, die Sie zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund Ihrer Abneigung erleben müssen. Auf diese Weise hervorgerufene Lust muss immer im Schmerz enden, und der Schmerz wiederum muss in seiner Erlösung oder Lust enden. Das "Gute" muss auf das "Schlechte" und das "Schlechte" auf das "Gute" folgen. (...)
Zuneigung und Abneigung sind zwei Seiten derselben Medaille. Sie sind gemäss Barry Long mit derselben emotionalen Stimulation verbunden. Der einzige Unterschied besteht darin, dass eine ein positives und die andere ein negatives Vorzeichen hat. Eine Stimulierung durch Mögen/Nichtmögen, durch Anziehen/Abstossen ist genau dasselbe wie die Anregung durch Lust/Schmerz oder wie Glück/Unglück. 
Es sind keine natürlichen Zustände, sondern sie sind künstlich. Sie sind nur Ersatz, "zu dem die Menschen angesichts der schwindenden natürlichen Lebensfreude oder reiner Liebe im eigenen Inneren Zuflucht nehmen. Wenn man die Süsse des Lebens nicht spürt, braucht man Ersatz."
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"Die Liebe zu Ihrem Unglück (Schmerz) ist Ihre Liebe zur Welt - Ihre Anhaftung an Dinge und Menschen in der Welt, die sie mögen oder nicht mögen. Wenn Sie unglücklich sind, so ist die Ursache dieses Unglücks immer irgendwie mit der Welt verknüpft. Die viel feinere Liebe für das Leben in Ihrem Inneren spüren Sie nicht, zumindest nicht stark genug, um diese Anhaftung zu lösen. Also brauchen Sie weiterhin die Stimulierung aus der mit dieser Abhängigkeit verbundenen Lust und dem Schmerz." 
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"Anziehung und Abstossung sind jene schwankenden Gefühle, die das natürliche Lebensgefühl überdecken, die unerschütterliche Freude, am Leben zu sein. Der Zustand des "Seins" zeichnet sich durch die ständige Präsenz der inneren Lebensfreude aus - und damit der Abwesenheit von Unglück. Das spiegelt sich äusserlich in der Abwesenheit weltlicher Probleme.
Wie innen so aussen, Sein ist reine Empfindung."
Das Sein ist ein äusserst glückseliges und von nichts abhängiges Gefühl. Respektive ein Zustand. Das Sanskrit Wort "Ananda" beschreibt es treffend; es ist unendlich, unveränderlich und frei von Anhaftung. Es ist die reine Freude daran, am Leben zu sein. Man ist nicht mehr emotional, nicht mehr von Launen oder Stimmungen beeinflusst, obwohl man sie durchaus noch wahrnimmt. Aber man schwankt nicht mehr mit ihnen mit; man kann sie lächeln beobachten. 
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"Wenn Sie den Schmerz der Welt nicht mehr brauchen, benötigen Sie auch nicht länger Ihr oberflächliches Vergnügen. Sie sind dann mit der natürlichen, niemals endenden Lebensfreude verbunden und Sie sind nicht abhängig vom aufregenden Auf und Ab der Welt. Und doch wird die Welt nicht verschwinden. Sie werden weiterhin darin leben, Sie werden tun, was Sie zu tun haben und es geniessen. Aber Sie sind nicht mehr abhängig davon. Sie werden sogar besser in der Welt zurecht kommen, weil Sie nicht mehr unglücklich sind. Sie werden liebesfähiger, und die Welt hat nicht mehr die Macht, Sie zu verletzen".
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"Wenn Sie Liebe nicht mehr mit dem Wechselspiel von Anziehung und Abstossung verwechseln, werden Sie in ihr nicht mehr nach Aufregung und Stimulierung suchen. Dann wird die Liebe Sie finden. Liebe hat keinen Gegenpol.Vielleicht mögen Sie nicht, was die Liebe Ihnen bringt, aber Sie können auch nicht sagen, dass Sie es nicht mögen. Es wird einfach richtig sein, und das wird Ihnen genügen." 
Das ist eine meiner Lieblingspassagen. Liebe hat keinen Gegenpol. Liebe ist. Liebe ist kein Gefühl. Liebe ist ein Zustand, eine Haltung, ein Bewusstseinszustand. Er ist unerschütterlich und zeigt sich nicht in Emotionalität. Emotionale Ausbrüche sind eigentlich Beweis dafür, dass gerade keine Liebe mit im Spiel ist. Liebe ist ruhig, verbunden, bewusst. Liebe braucht nichts. Sonst ist es wieder Anhaftung. Anhaftung zeigt sich in tausend Formen und manchmal sind wir blind, sie zu sehen, oder wollen sie nicht sehen. Wir können immer frei wählen, ob wir in der Liebe bleiben oder zurück in den Zustand der Anhaftung gehen (auch wenn es sich nicht nach Wahl anfühlt, so ist es doch eine).
"Sie müssen bezüglich Ihrer Neigungen und Abneigungen, Ihrer Anhaftung daran, bewusst sterben. 
Das ist der schwerste Tod. Nur wenn Sie sich endgültig aus der Abhängigkeit befreit haben, können Sie SEIN. Sein, das was Sie sind. An diesem Punkt hört die Existenz auf, eine Last zu sein".
Alle Passagen aus Barry Long, "Nur die Angst stirbt", Seiten 61-70.
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