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Plädoyer für mehr Leidenschaft bei der Arbeit

“Kann mir bitte jemand verraten, was ich wirklich will?”

Diese Frage stelle ich mir heute nicht mehr. Noch vor ein paar Jahren war sie in meinem Leben sehr präsent und ich verzweifelte fast daran, dass ich keine Antworten geliefert bekam. Weder mein Umfeld noch ich selbst konnte mir diese wichtige Frage beantworten.

Kein Wunder, war ich doch total nach Aussen fokussiert. Wir hören in der Schulzeit oft, dass man am Besten eine Studienrichtung wählt, wo die Berufsaussichten gut sind. Dass man einen Job wählt, der entweder gute Bezahlung, Renommée oder tolle Karrierechancen verspricht. Etwas “mit Zukunft” halt. Wir hören, dass man Kompromisse eingehen muss. Dass das Leben kein Zuckerschlecken sei, dass wir “hart arbeiten” müssten, um erfolgreich zu werden. Dass wir uns anpassen müssten und auch noch unterordnen. Ich fragte mich deshalb regelmässig: “Welche meiner Fähigkeiten sind auf dem Markt am meisten gefragt? Wie kann ich mich da draussen am Besten verkaufen? Wie wirke ich auf Andere?” Aussenorientierung total.

Wo bleibt in einem solchen Berufsleben die Individualität, die Erfüllung, die Leidenschaft? Begriffe, die für mich noch vor einigen Jahren leere Worthülsen waren; die schön klangen, aber unerreichbar weit weg schienen. Zwar hatte ich immer mal wieder einigermassen abwechslungsreiche Aufgaben zu bewältigen, hatte Freiheit und ab und zu sogar Spass in meinem Berufsleben. Aber erfüllt oder passioniert war ich definitiv nicht. Doch ich habe nun mal diesen Anspruch und er lässt sich nicht wegdiskutieren mit rationalen Argumenten à la “sei doch zufrieden mit dem was Du hast”. Das mag für andere Menschen stimmen und kommt immer auf den Fokus an, aber für mich ist das Leben ein Geschenk und ausserordentlich und will ausgekostet werden.

Vieles änderte sich mit dem Sprung in die berufliche Selbstständigkeit und mit der klaren Intention, unkonventionell, kreativ und möglichst frei von Kompromissen zu arbeiten. Das Wichtigste war (und ist) ganz sicher meine mentale Absicht, ein Leben voller Intensität zu leben. Anpassung und Konformismus brauche ich nicht mehr. Ich gehe in meine Eigenverantwortung und kreiere mir, was ich mir im Berufsalltag wünsche. In meinen Visionen lasse ich mich nicht beschränken. Zwar weiss ich auch nicht immer von Anfang an klar, wie ich die Vision später im Detail umsetzen werde. Aber das war noch nie ein Problem — sobald ich jeweils mental und emotional bereit war, fand sich die richtige Form.

Ich tue entsprechend auch heute noch vieles, um der Frage nach meiner Passion gründlich nachzugehen und noch genauer zu spüren, was mich begeistern könnte:

  • Ich spreche mit unterschiedlichsten Menschen aus diversen Berufsfeldern, überall. Im Zug, im Café, beim Sport, einfach überall. Ich höre mir an, was Menschen begeistert. Und beobachte sorgfältig
  • Ich lese Blogs, Bücher und Geschichten von kreativen und mutigen Menschen und sogenannten Aussteigern, lasse mich auch da inspirieren
  • Täglich gönne ich mir, über meine Begegnungen zu reflektieren
  • Durch Reisen, durch den Kontakt zu Querdenkern stelle ich Abstand her zum Berufsleben, damit neue Ideen entstehen können
  • Ich lasse Inspiration zu, gehe an unterschiedlichste Events, die spannend tönen und manchmal so gar nichts mit dem Berufsleben zu tun haben
  • Und das Wichtigste: Ich stelle mir regelmässig die folgenden Fragen: Was möchte ich am allerliebsten tun? Was erfüllt mich? Womit möchte ich inspirieren, was habe ich zu geben? Was gibt mir Kraft und Freude?

Ich bewege mich klar weg von der Aussenorientierung hin zu ganz konsequenter Ausrichtung auf die Passionen und die Inspirationen, die von innen kommen, die gelebt und geteilt werden wollen. Ich bin total überzeugt, dass jedes wahre Talent und jede Leidenschaft den eigenen Weg zum Erfolg findet. Dass sich Türen öffnen, wenn man bereit dafür ist. Dass man immer für seinen Mut belohnt wird, neue Wege zu gehen.

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