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"Perfektionismus bringt niemals Entspannung"

Interview mit der Ärztin und Ernährungsberaterin Janna Scharfenberg

Die promovierte Ärztin Janna Scharfenberg beantwortet heute meine Fragen zu ihrem Energie-Management. Janna ist in einer 50%-Anstellung als Ärztin in einer Zürcher Praxis tätig. Sie arbeitet in der restlichen Zeit als Ernährungsberaterin & Gesundheitscoach, Yogalehrerin und ist Inhaberin des Onlinemagazins und der Podcastshow IN GOOD HEALTH. Dort bloggt sie regelmässig über verschiedene Gesundheitsthemen und interviewt im Podcast inspirierende Gesundheitsexperten zu ihrem Spezialgebiet.

Jannas grosse Passion ist Gesundheit bzw. ein gesundes Leben, welches sie authentisch und mit Leichtigkeit und Humor ihren Patienten, Klienten, Lesern oder Hörern wieder näher bringen möchte.

Liebe Janna, danke für deine Bereitschaft, meine Fragen zu beantworten.

Was gibt Dir in deinem Alltag Energie?

Das können ganz unterschiedliche Dinge sein. Ich bin sicherlich ein ausgeprägter Bewegungsmensch und nach einer Runde Joggen oder einer Stunde in meinem Lieblingsyogastudio sind die Batterien definitiv wieder etwas aufgeladen.

Ansonsten sind es eher die kleinen Momente im Alltag, das Innehalten und tief durchatmen wenn die ToDo Liste einmal wieder unendlich lang erscheint, regelmässige Meditation, den Moment bewusst wahrnehmen und genügend Schlaf. Und natürlich auch Fünfe einfach einmal gerade sein lassen – Perfektionismus bringt niemals Entspannung.

Was raubt dir in deinem Alltag Energie? Und wie gehst du damit um, wenn Du wenig Energie hast?

Obwohl ich versuche sehr bewusst und konsequent auf mein persönliches Wohlbefinden zu achten, kenne ich natürlich auch die Momente, in denen alles einfach zu viel erscheint. Dann habe ich meist in meiner anfänglichen Begeisterung in zu viele verschiedene Projekte zeitgleich gestürzt, dadurch meinen Fokus verloren und versuche dann trotzdem alles gleichzeitig zu meistern.

Sobald ich erkenne, dass ich in diesen Modus gerutscht bin, versuche ich – egal wieviele Mails auf mich warten – bewusst eine Pause einzulegen. Laptop und Smartphone auszuschalten und Zeit ganz allein für mich zu verbringen. Meist zieht es mich dann in die Natur oder die Berge. Das entschleunigt und erdet mich.

Was ist Deine Vision mit deiner Firma?

Ich habe IN GOOD HEALTH vor gut einem Jahr als reinen Gesundheitsblog ins Leben gerufen um dort meine Gesundheitstipps und Erfahrungen zu teilen. Mittlerweile sind verschiedene Onlinekurse und ein Podcast hinzugekommen und es hat sich eine tolle Community gebildet.

Ich möchte IN GOOD HEALTH langfristig zu einer virtuellen Gesundheitsplattform mit Gesundheitskursen, Online Yogaklassen und verschiedenen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ausbauen. Gesundheit ist unser wichtigstes Gut und wir lernen in der Schule und Kindheit viel zu wenig darüber. Daher möchte ich dieses tolle Thema wieder mehr Menschen zugänglich machen, so dass sie ihren eigenen Weg in ein einfach gesundes Leben mit Freude und Genuss finden können.

Eine grosse Vision, ich weiss, aber ich arbeite täglich konsequent ein Stückchen weiter an der Entwicklung. Nächstes Jahr startet die erste Ayurveda Ausbildung für YogalehrerInnen und auch ein Termin für einen Yoga Video Dreh im Herbst steht bereits fest.

Du bist ja selbstständig mit deiner Firma, bist auch als Ärztin angestellt und hast viele Interessen: wie teilst du deine Energie im Alltag ein?

In der Tat habe ich wahnsinnig verschiedene Interessen und kann mich für nahezu alles begeistern, was weitgehend mit dem Thema Gesundheit zu tun hat.

Die Selbstständigkeit habe ich mir schon neben dem Studium aufgebaut und bin da Stück für Stück hineingewachsen, auch wenn es immer noch täglich soviel neues spannendes zu lernen gibt, habe ich da schon einen ziemlichen Prozess hinter mir.

Die Arbeit in der Praxis ist mir genauso wichtig wie meine Selbstständigkeit und ich liebe es in einem medizinischen Team zu sein und den Austausch zu haben.

Mittlerweile habe ich meinen Alltag gut strukturiert und klar aufgeteilt. Jede Woche sind mindestens 1-2 Tage ganz frei, wenn ich in der Praxis bin, bin ich mit meiner ganzen Aufmerksamkeit dort und setze mich nicht abends noch zusätzlich an den Rechner für meine eigenen Projekte. Und an meinen frei einteilbaren Tagen habe ich feste Zeiten für Mails, Klientengespräche, Workshops und das Schreiben. Dieser Plan hilft mir mich zu fokussieren.

Trennst Du für Dich Arbeit und Privatleben oder wie siehst du das?

Nicht unbedingt. Denn auch wenn es klischeehaft klingt, aber meine Arbeit fühlt sich meist nicht wie Arbeit an.

Ich versuche eher mit meinem Energielevel zu gehen. Wenn ich fit und motiviert bin, kann es natürlicherweise ein längerer Arbeitstag werden, der aber nicht ermüdet oder auslaugt. Wenn ich müde bin oder die Sonne verlockend schön scheint, dann gönne ich mir meine Pausen. Das sehe ich als einen grossen Vorteil des flexiblen Arbeitens. Das Konzept 5 Tage zu arbeiten und dann 2 Tage frei zu haben liegt mir nicht. Wenn es passt arbeite ich am Wochenende und mache dann eben an einem anderen Tag frei.

Warum tust Du, was du tust? Was ist dir wichtig?

Das ist eine sehr gute Frage. Der Grundantrieb für mein Handeln ist irgendwie in mir verankert. Manchmal habe ich das Gefühl die Ideen und Projekte sprudeln aus mir heraus und meistens fühlen sie sich stimmig an. Im Yoga würde man das wohl als Flow beschreiben. Ausserdem sehe ich einen riesigen Bedarf im Bereich Gesundheit, das gibt meinem Schaffen Sinnhaftigkeit. Noch nie waren wir so wohlhabend und gebildet wie heute – warum gibt es trotzdem so viele Erkrankungen, unglückliche Menschen und Burn-Out?

Wichtig ist mir, dass ich ein selbstbestimmtes Leben führen kann, dass ich einen Beruf – oder besser gesagt Berufung – habe, der mich jeden Tag aufs neue begeistert. Natürlich ist es mir auch wichtig, dass ich davon gut leben kann ohne ständig finanzielle Ängste ausstehen zu müssen. Ein positives, inspirierendes soziales Umfeld empfinde ich zudem als wichtig.

Wenn du unbeschränkt viel Energie, Geld und Zeit hättest: Was würdest Du dann diese Woche damit tun?

Mit unbeschränkt viel Energie und Zeit würde ich IN GOOD HEALTH wohl etwas schneller aufbauen und weiterentwickeln. Die Energie würde ich auch für die ein oder andere Bergtour nutzen ;)

Das unbeschränkt viele Geld würde ich zu einem kleinen Teil bestimmt auch in mein Business investieren, den meisten Teil aber sicherlich spenden. Ich habe alles was ich brauche, lebe in einem friedlichen Land ohne Krieg und habe jeden Tag genügend zu essen und zu trinken. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit auf unserem Globus und es gibt genügend Menschen, die das Geld weitaus dringender bräuchten als ich.

Was sind deine Visionen, deine Träume?

Beruflich wünsche ich mir, dass ich IN GOOD HEALTH genauso weiterentwickeln und ausbauen kann, wie ich es oben beschrieben habe.

Privat wünsche ich mir, dass meine Familie, Freunde und ich weiterhin so gesund und fit bleiben und das Leben weiterhin so wunderbar verläuft wie bisher.

Kontaktinformationen Janna Scharfenberg:

info@jannascharfenberg.com
www.in-good-health.com

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