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Im Gespräch mit Anna Peters

Hebamme und Jungunternehmerin mit viel Herzblut

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich durfte letzte Woche mit Anna Peters ein sehr inspiriertes Videogespräch führen. Die Hebamme und Jungunternehmerin aus Biel nimmt uns im Gespräch mit in ihre Welt und erzählt, wie sie ihre Tätigkeiten mit viel Herzblut ausführt. Ihre reiche Erfahrung und die Freude an allem, was sie tut, haben mich enorm begeistert.

Das Video könnt ihr im folgenden Link ansehen. Zudem hat mir Anna auch einige weitere Fragen schriftlich beantwortet. Lest dazu einfach unten weiter. Viel Vergnügen beim Lesen, schauen, hören!

Liebe Anna!

Danke, dass Du Dir Zeit nimmst, meine Fragen zu beantworten!

Was bedeutet für Dich Erfolg?

Erfolg für mich ist nicht das Ziel, sondern die Reise. Dazu gehören auch Misserfolge oder Holpersteine. Erfolg für mich heisst, meiner Vision zu folgen, Risiken einzugehen und die eigene Komfortzone verlassen. Nur so kann man wachsen. Erfolg für mich bedeutet auch einfach mal mit etwas anzufangen und etwas zu riskieren. An sich selbst zu arbeiten und immer wieder aufzustehen ist für mich Erfolg. Nicht in seinem gewohnten Nest zu bleiben und die Augen vor neuem zu verschliessen.


Was würdest Du als Deinen grössten persönlichen Erfolg definieren?

Mein grösster Erfolg ist es, dass ich den Mut hatte meinen Traumberuf und ein tolles Team zu verlassen um meiner Vison zu folgen. Ich habe dies in einer Phase getan, ain der wir uns dies als Jungunternehmen eigentlich nicht erlauben konnten und es sehr viele Ungewissheiten gab. Ich glaube, gerade dann so einen grossen Schritt aus der Sicherheitszone, einem festen Job, regelmässigem Gehalt und einer Tätigkeit auf die ich mein Leben lang hingearbeitet habe, zu verlassen, war die beste Entscheidung für mich mit unserem Projekt.

Was macht Dir am meisten Freude an deiner aktuellen Tätigkeit?

Natürlich habe ich am meisten Freude an einer wundervollen Geburt, in der die Frau gestärkt und «empowered» für den Rest ihres Lebens in ihrer Weiblichkeit gestärkt ist. Aktiv mit dabei sein zu dürfen, wenn aus einer Person zwei werden, so richtig am Puls des Lebens, finde ich sehr bereichernd. Ich liebe aber auch die vielen Facetten des Hebammenberufes. Dies war mitunter ein Grund, weshalb ich mich für diesen Beruf entschieden habe. Dass eine Facette davon sogar sein kann, ein Projekt zu starten, das Frauen auf der ganzen Welt verhelfen kann eine angenehmere Geburt zu erleben, hatte ich damals natürlich nicht gedacht. Auch dies gibt mir Freude, wenn ich zu einem positiven Geburtserlebnis beisteuern darf ohne persönlich anwesend gewesen zu sein.

Hast Du ein Morgen- oder Abendritual?

Ja ich habe Rituale, aber als Hebamme lassen die sich nicht immer im selben Rhythmus durchführen. Wenn ich aufstehe und nicht gerade an eine Geburt eilen muss, höre ich oft als aller erstes eine «positive & uplifting affirmation to start your day». Ich glaube fest daran, dass wir es selbst in der Hand haben wie wir uns fühlen im Alltag. Ich versuche, immer mehr Bewusstsein dafür zu lernen und mich selbst immer wieder daran zu erinnern.

Welches Land würdest Du gern bereisen?

Das ist eine super Frage! Ich bin für fast alle Länder zu haben! Am liebsten warm, andere Kultur, neues Essen, Wasser und tolle Menschen mit dabei!

Ein Traum von mir ist es, einen Winter in Koh Phangan zu verbringen, wenn ich meine eigene Familie habe. Dort gibt es eine ganze Community mit alternativen Familien, die dort jeden Winter verbringen. Ich glaube, das ist ein Ort an den es mich hinzieht, gerade wegen den Familien dort wo man sich austauschen kann.

Was nährt Dich?

Eine super vielfältige, vollwertige pflanzenbasierte Ernährung. Es wird mir immer bewusster, dass ich nur diesen einen Köper habe und ich kann gar nicht genug davon bekommen zu recherchieren, was ich noch mehr optimieren kann. Sowohl mit Nahrung als auch mit «Brainfood» mich weiter zu entwickeln und bilden.

Wovon kannst Du nie genug kriegen?

Kochen, essen und Sonne und interessanten Menschen!

Was war das Verrückteste, was Du je erlebt oder gemacht hast?

Einen Tauchschein bis 18 Meter unter Wasser obwohl ich panische Angst vor dem Meer habe bzw. hatte! :)

Wie bist Du dazu gekommen zu tun, was Du heute tust?

Für mich endet die Geburt nicht mit einem gesunden Kind in den Armen. Wie eine Frau gebären konnte, kann sie für den Rest ihres Lebens in ihrer Weiblichkeit und Frausein beeinflussen. Da ich bereits früh in meiner Ausbildung die Zustände bei manchen Geburten miterlebt habe, wollte ich etwas Positives bewirken.

Was macht Dir daran am meisten Freude?

Ein bereichernder Austausch mit meinen Mitmenschen. Sei es im privaten, in unserem Projekt oder bei einer Geburt.


Welche Hindernisse musstest Du überwinden?

Ich musste lernen, meine Scheu zu überwinden meine Komfortzone verlassen und überschreiten und an mich zu glauben, egal wenn es nicht alle befürworten.

Was gibt Dir Energie?

Gutes, nährendes Essen, ein gutes Lied, ein spannendes Hörbuch, bereichernde Gespräche.

Mit welchen Menschen umgibst Du Dich am liebsten?

Ich umgebe mich gerne mit Menschen die wissensbegierig sind neue Wege auszuprobieren, sich weiterbilden, sich gerne mit mir austauschen und auch mal gegen den Mainstream anschwimmen.

Was in Dein grösster Wunsch?

Dass wir Menschen wieder mehr Bewusstsein für unsere Erde erlangen und die Welt nicht weiterhin so zerstörerisch an sich reissen als wäre sie nur für uns geschaffen worden.


Woran glaubst Du?

Ich glaube das die Welt Tag für Tag immer besser wird, und dass wir Menschen immer mehr Bewusstsein erlangen, dass wir nicht weiter so leben können wie in den letzten Jahrzehnten.
 

Danke Dir ganz herzlich, liebe Anna, für unser Gespräch!

Das Bild unten zeigt Anna mit einem Rebozo und Anna erklärt uns unten in ihrem eigenen Text, wozu dieses in verschiedenen Kulturen genutzt wird:

"Rebozo" bedeutet Tuch und kommt aus Mexico und Guatemala. Dort begleitet es eine Frau von der Wiege hin bis über alle Lebensphasen. In wunderschönen farbenfrohen Stoffen ist es oft Teil der Kleidung als Schal über die Schultern geschlungen oder als Kopfbedeckung, schützend vor der brennenden Sonne. So ist es immer griffbereit und kann im Alltag überall integriert werden. Ich habe das Rebozo als Hebamme kennen gelernt. Traditionelle mexikanische Hebammen verwenden das Tuch seit Generationen rund um Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett. Es kann Beschwerden lindern, als stützende Funktion dienen oder auch als Beckenmobilisation- oder Massagetechnik mit einem sanften hin- und her schaukeln. In so einem Tuch von Frauen bewegt zu werden gibt ein unglaubliches Gefühl getragen zu werden und kann im Geburtsprozess sehr förderlich, entspannend und heilsam wirken.

Über die Jahre ist dieses wertvolle Geheimnis der traditionellen Hebammen über die ganze Welt weitergegeben worden. In Europa sind es zwei Frauen aus Holland, Mirjam de Keizer und Thea van Tuyl, die in Zusammenarbeit mit Naoli Vinaer, einer mexikanischen Hebamme, Einblicke in die Geheimnisse des Rebozo's gewähren und viele Hebammen und Doulas ausbilden. So sind auch immer mehr Ideen und Anwendungsmöglichkeiten durch die vielen verschiedenen Kulturen hinzugekommen.

Als Hebamme habe ich miterlebt wie angenehm und entspannend diese Bewegungen für die Frau während der Geburt sein können. Da dafür jedoch leider oft keine Zeit und Energie bleibt, war es mir ein Herzenswunsch, diese Bewegungen mehr in den Geburtsprozess zu integrieren. So bilden diese Bewegungen das Fundament der bewegten Matratze.

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