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Hochsensibel - was ich nicht wusste

Spannende Facts und ein Nachtrag zu meinem kürzlichen Blogpost 

Anfangs März habe ich in diesem Blog meinen persönlichen Erfahrungsbericht mit der Hochsensibilität veröffentlicht. Dieser Artikel wurde zum bisher meistgelesenen Blogpost von mir und es gab zahlreiche bestärkende Feedbacks und auf den sozialen Medien auch schöne Rückmeldungen dazu. Offenbar fühlten sich viele Menschen bestätigt.

Was meine persönlichen Erfahrungen betrifft, kann und will ich dem Artikel heute nicht Vieles hinzufügen. Dafür habe ich neue, spannende Fakten zum Thema erfahren, die ich unbedingt mit Euch teilen möchte.

Kürzlich las ich das neu erschienene Buch "Hochsensibel" von Eliane Reichardt. Die Autorin beschreibt in einer zugänglichen, aber doch faktenorientierten, wissenschaftlichen Art und Weise das Phänomen und bringt immer wieder Erfahrungen mit ein.

Vieles, das Reichardt beschreibt, kam mir sehr bekannt vor und ich erkannte mich wieder in ihren Zeilen.

Sie hat aber insbesondere zwei Themen erläutert, die meine besondere Aufmerksamkeit erregten.

"So schnell ist sie nicht, die Evolution":

Reichardt schreibt, wir Menschen hätten 120'000 Generationen lang als Jäger und Sammler gelebt sowie 50'000 Generationen von Viehzucht und Ackerbau.

Dem gegenüber stehen zehn (10!) Generationen seit der Industrialisierung. Und eine (1!) Generation, die das Computerzeitalter erlebt hat.

Ich glaube, wenn man diese Zahlen mal so vor Augen sieht, wird einem einiges ganz schnell klar.

Warum wir Menschen (und zwar alle, nicht nur hochsensible!) Mühe haben, uns so schnell umzustellen an die massiv veränderten Lebensbedingungen, scheint nun logisch, gar zwingend. Hochsensible spüren das noch viel intensiver. Ich persönlich gehe sehr einig mit der Autorin, dass es nur natürlich ist, dass wir alle solche Anpassungsschwierigkeiten erleben. Ich meine, was sind schon zehn Generationen! Es ist dann auch kein Wunder, entstehen auch diverse Zivilisationskrankheiten, bei dem Tempo und Ausmass, in welchem wir uns von einem natürlichen Lebensstil entfernt haben.

Nur weil wir in dieses Zeitalter hineingeboren worden seien, schreibt Reichardt, sei eine Lebensweise mit Musikbeschallung, Lärm, Fastfood, künstlichen Nahrungsmitteln, Smartphones und PC noch lange nicht gesund. "Dabei übersehen wir, dass sich die genetischen Programme des Menschen seit Jahrmillionen nur wenig verändert haben und alles andere sind als modern".

Ich finde diese Tatsachen irgendwie beruhigend. Wie oft suchen wir Hochsensiblen doch immer den Fehler bei uns. Wie oft vergessen wir die Tatsache, dass unser Lebensstil zwar selbstverständlich scheint, aber halt doch nicht natürlich ist. Für mich hat das noch stärker zur Konsequenz, meine Ernährung ganz bewusst anzupassen, meine Aufenthalte in der Natur zu verlängern und grundsätzlich meine Naturverbindung zu stärken. Jetzt gerade fällt mir auf, dass mein Wanderprojekt, das ich kürzlich startete, genau diesem Vorsatz Rechnung trägt und auch bereits Früchte getragen, positive Auswirkungen gezeigt hat.

Spürt das denn nicht jeder?

Ein zweiter Abschnitt, der mich zum Schmunzeln brachte, beschreibt die Frage, wie Hochsensible mit Körperwahrnehmungen umgehen. Beispielsweise die Tatsache, dass wir im Ruhezustand unseren Herzschlag spüren können, scheint mir persönlich völlig normal und ich kenne nichts anderes, ich spüre/höre ihn immer, wenn ich ruhig bin. Doch dem ist nicht bei allen so! Offenbar sind nur etwa zehn bis zwanzig Prozent der Menschen überhaupt in der Lage, ihn wahrzunehmen. Das wären dann wohl alle Hochsensiblen :) Die Autorin hat nämlich mehrere hundert Hochsensible gefragt, ob sie ihren Herzschlag spüren können, und die häufigste Reaktion war "können das denn nicht alle?" 

Reichardt gibt in ihrem Buch viele umfassende Tipps und Strategien für Hochsensible. Sie bleibt dabei sehr breit gefächert und umfangreich, was mir gut gefällt. Dabei hatte es auch zwei für mich neue Methoden dabei, die ich nun gerne näher betrachten und allenfalls ausprobieren werde. Sie nennt etwa die sogenannte "Silencer"-Methode von Birgit Trappmann-Korr, wo der taktile Sinn benutzt wird, der das Gehirn beim Um- und Aufbau von neuen Synapsen unterstützt. Eine zweite für mich neue Technik ist EMDR von Francine Shapiro, die mit Augenbewegungen arbeitet. Bereits bekannt sind mir Methoden wie "reframing", Achtsamkeitstechniken, Atemübungen, Konzentrationstechniken sowie Übungen, um die Aufmerksamkeit bewusst zu steuern.

"Du brauchst keinen Lehrer, der dich beeinflusst. Du brauchst einen Lehrer, der dich lehrt, dich nicht mehr beeinflussen zu lassen" (Dalai Lama)

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