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Drei Bücher und eine Vorfreude

Meine drei Favoriten im 2017

Gerne präsentiere ich meinen Lesern und Leserinnen wieder meine Bestenliste - diesmal sind es alles Bücher, die ich in den letzten drei Monaten gelesen habe. "Verschlungen" trifft es in diesen drei Fällen wohl besser. Ich lese meistens parallel - aktuell liegen gerade vier Bücher auf meinem Nachttisch und ein weiteres wartet in der Handtasche. Doch die wertvollsten drei, die verheissungsvollsten, weisesten, visionärsten, die ich wirklich weiterempfehlen möchte, sind die folgenden:

1) Im Land der Seele. Märchen. Von Ursula Seghezzi

Dieses Buch wurde mir empfohlen. Und es ist bereits jetzt eines meiner All-time-Favourites geworden. In den neu interpretierten Märchen steckt derart viel Schönheit und Weisheit, dass man das Buch mehrere Male lesen will und wird. Die Autorin verknüpft diese Märchen mit einer weiteren Erzählung, man könnte auch sagen, sie verbindet Geschichte mit Geschichten. Das hat mich, die ich Ethnologie und Geschichte studiert habe, natürlich sehr berührt. In schönster Weise zeigt das Buch die Initiationsriten unserer Kultur neu auf, erzählt hoffnungsvoll von Sterben, Wiedergeburt, Sexualität, Schamanismus, Matriarchat und Patriarchat. Ohne zu werten, zeigt es Wege auf - oder erinnert uns - an einen anderen Umgang mit den grossen Themen des Lebens. Ursula Seghezzi, die lange in der Zentralschweiz gewirkt hat, ist auch Autorin anderer Bücher und auch diese möchte ich bald entdecken.

Der schönste Satz: "Der einzige Weg führt in die Zukunft, führt über die Abtrennung hinaus in eine neue Form von bewusst empfundener und gestalteter Verbundenheit".

Das Buch kann man direkt bei der Autorin bestellen, unter diesem Link.

2) Das Allerweltsheilmittel. Ein Muotathaler Hausarzt zeigt auf, was Heilsein mit einer Gratwanderung zu tun hat. Von Dr. med. Matthias Gauger

Dieses Buch habe ich zufällig entdeckt, als ich gerade in meiner Heimat Brunnen zu Besuch war. Es lag auf dem Tisch meiner Eltern, dort blieb es aber nicht lange, denn ich konnte es bald nicht mehr weglegen. Nur mein Bruder, Informatiker und ebenfalls gerade zu Besuch, stritt sich mit mir darum. Wir haben es dann beide gekauft und es hat sich gelohnt. Ein äusserst umfassendes philosophisches Werk, das der Arzt, der im Muotathal lebt, verfasst hat. Er spricht über die Ursachen von chronischen Krankheiten, schreibt auch darüber, wie Bewusstsein und Wahrnehmung entstehen, über unseren Umgang mit der Illusion "Zeit", über Beständigkeit, Identität und Potenzialität. Es ist meiner Meinung nach ein Buch, welches man stückchenweise liest, denn es ist in dem grossen Bogen, den es schlägt, durchaus anspruchsvoll, man liest es nicht einfach "nebenbei". Man kann aber irgendein Kapitel aufschlagen und darin lesen und viel Wahrheit finden. Ich bin auf jeden Fall immer noch dran, mit viel Begeisterung. Dabei lese ich einige Kapitel mehrmals und lerne immer wieder Neues, auch wenn mir viele der philosophischen Bewusstseins-Zugänge schon vertraut sind.

Der wichtigste Satz: "Wenn ich meinen Haupt-Daseinszweck wahrnehme, geschieht der Rest von selbst".

3) Frei in die Zukunft. Von Monika Müller

Ich mag alle Bücher von Monika Müller. Das Neueste ist mit seinen Anleitungen sehr praktisch orientiert und führt uns in die Stille und in die (innere) Freiheit. Das Buch richtet sich eher an Menschen, die sich schon mit Bewusstseins-Themen beschäftigt haben und eine gewisse Offenheit und Interesse diesbezüglich mitbringen. Die Autorin spricht viel über Konditionierungen, Ängste, Körperwissen, Vertrauen, sie schreibt übers Frei werden und über Sexualität. Was mich sehr anspricht ist die konkrete Arbeit mit dem Körper. Sie ist keine Theoretikerin, die mit ihrem Buch Kopfmenschen ansprechen würde, sondern ihr Weg führt über Embodiment. Atemübungen, Meditationen; auch Wahrnehmungen von Energie und Chakren gehören dazu. Monika Müller, die nun halbjährig in München lebt, hat einen aussergewöhnlich spannenden Lebenswandel und Erfahrungsschatz, den sie mit uns teilt. So las ich diejenigen Passagen, wo sie konkrete eigene Erlebnisse erzählt, äusserst gern. Ihre Ausführungen zum altindischen Begriff "Arth", welcher sowohl "Geld" wie auch "Sinn einer Handlung" bedeutet, haben mich sehr berührt. Sie schreibt, dass je mehr die geleisteten Tätigkeiten in Einklang mit dem Selbst stünden, desto mehr würden sie auch zum finanziellen Überleben beitragen. Und diese einhergehende Zufriedenheit, sich selber gut (u.a. finanziell) erhalten zu können mit einer sinnvollen Arbeit oder Handlung, diene auch der Vision einer wesentlich bewussteren Menschheit.

Der verheissungsvollste Satz: "Eigenartigerweise nimmt auch das Vertrauen in sich selbst zu, je mehr gewagt wird, auf das ureigene Selbst zu hören und es in der Welt zu realisieren".

Der visionärste Satz: "Es ist also an der Zeit, dass viele von uns anfangen, bewusst ihren Traum vom Leben zu realisieren, um dadurch zur Formung einer neuen Welt beizutragen.

Vorfreude: Ein Buch, das ich gerade jetzt entdeckt habe, und das nun auf mich wartet:

Der Geruch des Paradieses. Von Elif Shafak

Die türkisch-britische Autorin verzauberte mich schon mit diversen ihrer zeitkritischen Romane. Einige ihrer Werke überspannen ganze Generationen einer Gesellschaft, die vom Leben farbig, manchmal auch düster, erzählen. Dass ich Elif Shafak vor zwei Jahren in Zürich an einer Lesung treffen durfte, war mir eine grosse Ehre. Nun ist ein neuer Roman von ihr erschienen, was ich gar nicht wusste. Umso glücklicher bin ich gerade, weil mir vorhin in der Bibliothek das oben erwähnte Exemplar ins Auge sprang. Übrigens kann ich nur empfehlen, die Autorin mal zu "googeln" und einige ihrer Talks zu hören. Sie ist eine sanfte, weise und sehr klare Frau, die es schafft, grosse Zusammenhänge erklärbar zu machen.

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