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"Connected" - immer und überall?

7 Apps für bewussteren Umgang mit dem Smartphone - und für mehr Gelassenheit

Ich habe kürzlich einen Blogpost gelesen, in dem darüber geschrieben wurde, dass wir verlernt haben uns zu langweilen. Zu faulenzen. Wann hast Du das letzte Mal einfach mal nichts getan? Kein Handy benutzt, kein Buch gelesen, keine Musik gehört, einfach gar nichts getan? Überall, wo wir früher gewartet haben, zücken wir heute automatisch das Smartphone.

Laut einer aktuellen Studie der Humboldt-Universität Berlin über das Smartphone-Nutzungsverhalten benutzen wir unser Handy im Schnitt 63-mal am Tag und nutzen es dann jedesmal ungefähr 2:49 Minuten. Dabei kommunizieren wir hauptsächlich über WhatsApp, Facebook oder Twitter. Für viele Menschen ist es unmöglich einfach mal abzuschalten und sich Zeit zu nehmen, für die Dinge, die um sie herum passieren: Zeit mit dem Partner oder der Familie verbringen oder einen entspannenden Abend mit Freunden.

Wir sind überall ein bisschen und nirgends so richtig. Das ist eine Feststellung, die Anselm Grün in seinem Buch "Grenzen setzen" macht, und ich kann das für mich selber gut nachvollziehen. Dieses Gefühl des "sich verzettelt fühlen", nicht richtig "hier zu sein", das kenne ich seit einiger Zeit und weil ich es nicht mag, praktiziere ich einige Dinge, die ich in älteren Blogposts schon erwähnt habe. Auch die Apps, die ich unten empfehle, können helfen. Sind aber halt wieder technologie-basiert, darum ist das natürlich ein zweischneidiges Schwert.

Der ständige Informationsfluss aus den sozialen Netzwerken und Infokanälen, der uns angeblich näher an alles ran bringt, er entrückt uns zunehmend von der realen, der sinnlich wahrnehmbaren Welt. Wir alle sehnen uns nach Verbindung, doch die virtuelle "Connection" gaukelt uns etwas vor, was sie nicht ist. Sie ist nicht fühlbar, nicht mit den Sinneskanälen erfahrbar, damit nicht real. Die Wissenschaftlerin Sherry Turkle forscht seit 40 Jahren zum Einfluss von digitaler Technologie auf den Menschen. Noch 1995 begrüsste sie die vielseitigen neuen Möglichkeiten der Kommunikation im Internet in ihrem Buch. Heute hingegen sagt sie, dass Smartphone und digitale Medien unsere Psyche verändern, "weil wir die Fähigkeit verlieren, allein zu sein". Erst das Alleinsein ermögliche uns, uns selbst zu finden und gebe uns ein sicheres Selbstwertgefühl. Dieses ist die Voraussetzung um überhaupt Bindungen eingehen zu können und empathische Fähigkeiten zu entwickeln. Smartphones & Co. bringen uns in einen Zustand des "gemeinsam einsam seins". Ich habe für mich realisiert, dass ich sehr gerne "in Verbindung" gehe, mich "connected" fühle, aber die Sinneskanäle müssen so oft wie möglich involviert sein, ansonsten fühlt es sich irgendwie leer an. Wenn ich zuviel Zeit am Handy verbringe, fehlt etwas in meinem Leben. Echte Verbindung beinhaltet Augenkontakt, aktives Zuhören, vielleicht Berührung, und das alles möglichst ohne Ablenkung.

Egal ob man diese Auffassung teilt oder nicht, es ist wichtig, seinen eigenen Handykonsum im Griff zu haben. Sich nicht von der Technologie beherrschen zu lassen, sondern umgekehrt sie selber zu beherrschen.

Aus diesem Grund gibt es immer mehr Apps, die dabei helfen. Hier möchte ich einige davon gern empfehlen.

Offtime: Kostenlos. Die App will seine Nutzer dabei unterstützen, ihre Handynutzung zu kontrollieren. Dabei kann man störende Anrufe, SMS und Benachrichtigungen für einen selbst festgelegten Zeitraum blockieren. Man kann aber auch selber bestimmen was durchkommen soll und was nicht. Auch einzelne oder mehrere Anwendungen lassen sich individuell abschalten.

Forest: 2 Franken für iOS, gratis für Android. Forest ist eine schöne App, die mit virtuellen Bäumen hilft, ohne Handyablenkung zu arbeiten. Man pflanzt Bäumchen und wird das Handy während einer festgelegten Zeit in Ruhe gelassen, werden die Bäumchen gross. Benutzt man es, verkümmern sie. Ich benutze diese App sehr gern.

Du hast Pause: kostenlose Einstiegsoption, auch Abos sind erhältlich. Im hektischen Alltag eine Pause machen: Die App besteht u.a. aus einem Meditationskurs, der sich für Anfänger und Fortgeschrittene eignet. Schritt für Schritt begleitet er durch die Sitzungen. Sehr schön gemachte App, die ich gerne nutze.

Moment: Kostenlos. Die App zählt die Minuten, die man am Handy verbringt, und merkt sich, wie oft man das Handy benutzt. Mit der Pro-Version für 5 Franken kann man sich ein Tageslimit setzen und sich für eine Zeit vom Handy aussperren lassen.

Checky: Kostenlos. Zählt, wie oft man das Handy täglich nutzt, zeigt auch auf, wo dies am häufigsten geschieht.

HypnoBeep: 5 Franken. Mit Hypno Beep programmieren Eltern Sperrzeiten, in denen ihr Kind das Handy nicht benutzen kann. Wenn es sie einhält, bekommt es 10 Beeps gutgeschrieben.

Quality Time: kostenlos. Die App speichert, wann man bestimmte Apps besucht und wielange man das Handy benützt. Man kann auch Alarme und Pausen festlegen.

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