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Abschalten? Ja gern - aber wie?

Kürzlich las ich einen sehr inspirierenden Artikel von Autor Scott Belsky. Er spricht in seinem Beitrag „What happened to downtime“ von 5 wichtigen Massnahmen, die uns das „Abschalten“ einfacher machen sollen, die uns uns selbst wieder näher bringen. Weniger Ablenkung und online-sein, mehr Tiefe, off-time und damit Entspannung. Ich habe mich hingesetzt und mir notiert, welcher seiner Massnahmen ich anwende – und welche mir schwer fallen.

1. Wir brauchen Rituale, damit wir abschalten können. Belsky schlägt vor, stets zu festgelegten Zeiten offline zu gehen, und zwar konsequent. Regelmässig Tage ohne Internet zu verbringen.

Nun – letzteres fällt mir zugegebenermassen schwer. Wann ich zuletzt mal einen Tag komplett offline war, kann ich nicht sagen. Zwar gibt es durchaus Tage ohne Social Media. Tage, in denen ich meine Mails nicht abrufe, sind da schon rarer. Whatsapp benütze ich täglich. Ich war kürzlich mal 24 Stunden am Stück auf Reisen und damit komplett offline, aber das zählt wohl nicht… Ja, das ist schlimm, ich weiss. Ich arbeite daran.

Ersteres hingegen setze ich um. Ich stelle alle meine Geräte jeden Abend etwa zur selben Zeit aus. Ich gönne mir regelmässig Abende ohne Laptop und Handy. Und ich bin so froh, tue ich das.

Nächstes Ziel ist, das Handy am Morgen erst dann zu benützen, wenn ich am arbeiten bin. Schaffe ich noch nicht, ganz ehrlich. Als Selbstständige bin ich viel zu motiviert und neugierig, was an Neuigkeiten auf mich wartet.

2. Täglich „tief nachdenken“: Sich täglich Zeit nehmen zur Reflektion. Ohne Ablenkung über etwas nachzudenken und die Gedanken schriftlich festzuhalten. Sich dafür Zeit im Kalender zu blockieren, rät Belsky.

Nein, im Kalender blockiere ich mir meine Reflektionszeit nicht. Aber mein Moleskine zumindest wird durchaus regelmässig mit Gedanken gefüllt. Jeweils dann, wenn eben der Laptop am Abend ausgeschaltet ist. Meistens blicke ich am Ende des Tages zurück und notiere mir, was ich gelernt habe. Ich überlege, wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten habe. Wie hätte ich sie allenfalls noch besser, freudvoller gestalten können? Ich bin dankbar für die Gelegenheiten und Begegnungen, die sich heute ergeben haben und notiere meine Gedanken. Ich freue mich auf den nächsten Tag.

Übrigens – die Regelmässigkeit macht’s!

3. Meditation oder Nickerchen gehören dazu! Dem Verstand immer wieder Ruhe gönnen. Nichts sei besser geeignet als Meditation oder ein kurzes Nickerchen, um kreisenden Gedanken zu entkommen, so Belsky.

Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Ich erinnere mich an letzten Herbst, wo meine Agenda so voll war, dass allein der Gedanke an all die Termine mich unglaublich hätte stressen können. Tat er aber nicht. Denn ich meditierte täglich konsequent. Nur für 20 Minuten; das reichte schon aus. Und noch heute staune ich, wie entspannt und glücklich ich war – trotz dichtem Zeitplan und einigen stressigen und nicht gerade positiven Vorkommnissen.

Momentan meditiere ich nicht täglich, sondern nur sporadisch, etwa einmal pro Woche. Weil ich gerade gelassen und vertrauensvoll durchs Leben gehe. Wenn sich dies ändern würde, werde ich mich an meine positive regelmässige Meditationserfahrung erinnern.

4. Führen Sie sich zu Selbsterkenntnis: Damit meint Belsky, sich selber besser kennen zu lernen, seine Ängste und Wünsche zu sehen. Und lernen, mit ihnen liebevoll umzugehen, sei etwas vom Wichtigsten.

Das kann ich nur unterschreiben. Seit ich weiss, welches meine Werte im Leben sind, welche Energien ich jeden Tag spüren möchte (und welche nicht!), was Sinn und Freude bewirken können im Alltag, wenn sie täglich gelebt werden, seitdem verändert sich alles. Natürlich wird man dadurch konsequenter und will gewisse Dinge und Menschen nicht mehr in sein Leben integrieren. Man lebt kompromissloser, intensiver und klarer und möchte seine Zeit mit Menschen verbringen, welche diese Klarheit ebenfalls entdeckt haben. Menschen, welche Verantwortung für sich, ihre Taten und ihr Leben übernehmen.

Nichts fühlt sich besser an, als mein Leben zu leben und zu wissen, was mir wirklich, wirklich wichtig ist.

5. Seien Sie absichtslos: Kreativität und grossartige Ideen entstehen, wenn wir nicht auf sie fokussieren, schreibt Belsky.

Mir gefällt, was der Autor hier anspricht. Mich treiben zu lassen. Das zu tun, was der Moment gerade von einem will. Eigentlich sollte ich längst damit beschäftigt sein, meinen morgigen Workshop vorzubereiten. Doch ich spüre das gerade nicht. Es ist mir nach Schreiben zu Mute, also gebe ich mich dem Schreiben hin. Wenn ich etwas erzwinge, passieren mir nur Fehler. Ich bin sicher, dass ich später noch Lust haben werde, mich dem Workshop zu widmen, und dann wird eben „später“ der richtige Zeitpunkt sein.

Ich mag den Flow — Ohne Unterbruch konzentriert bei einer (nur einer!) Sache zu sein, ganz egal, ob es das Erledigen der Post ist, einen Artikel zu schreiben, ein Brainstorming durchzuführen oder in ein Gespräch einzutauchen. Das gehört für mich in diese Kategorie. Ich vergesse mein Emails oder mein Handy dann, wenn ich im Flow, sprich konzentriert, bin.

Mein Handy liegt bei mir nie auf dem Tisch, wenn ich vertieft mit jemandem spreche. Es gibt Menschen, die das etwas anders handhaben. Das überlasse ich dann ihnen. Ich weiss nur für mich, dass ich entspannter bin, wenn ich nicht alle 5 Minuten vom Vibrieren des Telefons abgelenkt werde. Und dass in jedem Moment nichts so wichtig ist wie mein Gegenüber und das, worüber wir gerade sprechen. Darauf konzentriere ich mich gern.

Das sind die 5 wichtigsten Massnahmen nach Belsky. Was nimmst Du daraus mit? Was praktizierst Du schon?

Mir kommen noch ein paar weitere Dinge in den Sinn, die mir ein gesundes Abschalten und damit Gelassenheit ermöglichen:

Weniger Medien konsumieren. Oder bewusster konsumieren. Denn alle diese Bilder und Stories machen etwas mit mir. Welche davon will ich mir wirklich antun? Ich überlege mir, welche Zeitungen und Zeitschriften ich lese. Welche Blogs mich inspirieren. Meinen TV habe ich vor ein paar Jahren verkauft, er zeigte einfach nichts Schlaues!

Stattdessen: Bücher lesen. Für mich ist es Print, nicht e-Books, es gibt schon zuviele Bildschirme in meinem Leben.

Mich gesund ernähren und, so gut es geht, nach dem eigenen Rhythmus leben (Schlaf).

Mich mit Menschen umgeben, die mich inspirieren, die „out of the box“-Denken ermöglichen, die gross (mit-) träumen. Nörgelnde, jammernde Menschen, die ihr und mein Energieniveau senkten, gab es schon zur Genüge und sie haben in meinem Leben heute wenig Platz.

Mit den Sinnen leben: sehen, hören, schmecken, riechen, tasten. Man könnte: in die Natur gehen. Sport draussen statt im Fitnessstudio praktizieren. Kerzen zuhause anzünden. Kochen. Berühren. Gärtnern. Massieren. Tauchen. Tanzen. Singen. Schreiben. Wandern. Klettern. Lachen. Zuhören. 

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